Heinrich Groth: Die historische Mission der Deutschen aus Russland

Vortrag des stellvertretenden Vorsitzenden des Volksrates der Russlanddeutschen in Deutschland Dr. Heinrich Groth am ersten Weltweiten Kultur-und Wirtschaftsforum der Russlanddeutschen (Bad Salzuflen, BRD, 08-09.06.2019)

Die Menschengeschichte kennt viele  Migrationsprozesse der Völker. Im Allgemeinen waren es aggressive – expansive Prozesse.  Als Beispiel kann man die Kolonisierung des amerikanischen Kontinents durch europäische Völker  nennen. Im Folge dieser Kolonisierung wurden viele indianische Völker, einige mit hochentwickelten Kulturen, entweder ganz oder zum Teil ausgerottet oder gnadenlos assimiliert. So sind beispielsweise  die Vereinigten Staaten von Amerika entstanden, ein Staat, dessen Träger eine künstlich polyethnische  Nation ist, ein Staat, der heute zu einem Weltgendarm geworden ist und der der ganzen Menschheit eine völkermörderische  Globalisierung und Egoismus aufdrängt.

Die Geschichte kennt auch andere Kolonisierungsprozesse, in denen Kolonisten Gebiete urbar machten, die menschenleer waren. So war es mit den deutschen Kolonisten, die nach Russland auf Einladung der Zaren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen. Die deutschen Kolonisten ließen sich hauptsächlich an der Wolga und im Schwarzmeergebiet nieder. So entstanden kompakt besiedelte Territorien der Wolgadeutschen und der Schwarzmeerdeutschen, die einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Russlands geleistet haben. Die autonome Entwicklung der deutschen Kolonien im Laufe von zwei Jahrhunderten mit der innerlichen Selbstverwaltung, Religionsfreiheit und Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur führte dazu, dass ein neues Volk in Russland entstanden ist, nämlich die Russlanddeutsche. In diesem Fall zeigte die Geschichte ihre kreative Seite. In Deutschland hat man die Russlanddeutschen jedoch als eine deutsche Volksgruppe bezeichnet. Bis zum ersten Weltkrieg waren die deutschen Kolonisten in Russland ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Volk. Gestartet in den wilden Steppen der Wolga – und im Schwarzmeergebiet schufen die deutschen Kolonisten zahlreiche wirtschaftliche Oasen. Diese Gebiete waren in gewissem Sinne Pioniere in der Schaffung in Russland einer marktwirtschaftlichen Ökonomie und der Organisation des Exports der landwirtschaftlichen Produktion nach Deutschland und in andere europäische Länder.

Auf die deutsche Vereinigung 1871 reagierte Russland als Großmacht negativ, was die Deutschen in Russland zu spüren bekamen. In diesem Jahr verabschiedete der russische Zar Alexander der Zweite einen Erlass, dem zufolge alle deutschen Kolonien unter die allgemeine staatliche Verwaltung und die ganze Schriftführung in den deutschen Siedlungen in die russische Sprache überführt wurden. Die Zentrale der Verwaltung über die deutschen Siedlungen – das Kontor der Vormundschaft für die ausländischen Siedler in Saratow wurde beseitigt. 1874 wurde die allgemeine Wehrpflicht auch für die deutschen Kolonisten eingeführt. Im Erlass von 1871 stand zu lesen, dass diejenigen, die mit seinen Bestimmungen  nicht einverstanden sind, können im Laufe von 10 Jahren Russland ungehindert verlassen. Unter diesen Umständen entstand unter den Kolonisten die Befürchtung, dass es möglicherweise auch noch zu religiösen Unterdrückungen kommt. So stellte sich für viele Kolonisten die Frage, ob weiterhin in Russland bleiben oder dorthin auswandern, wo noch freies Land gab. Und das war der amerikanische Kontinent. Die Regierungen der USA, Kanada, Argentinien und Brasilien luden Bauern aus Europa auf ihr Neuland unter Vorzugsbedingungen ein. Die Auswanderung begannen die Mennoniten, denen ihr Glauben verbot die Waffe in die Hand zu nehmen, ihnen folgten die Lutheraner und Katholiken.

Argentinien erlebte damals einen ökonomischen Aufschwung. Die Regierung zog Aussiedler aus Europa heran, bot ausreichend fruchtbringendes Land und ließ die Aussiedler in kompakten Siedlungen zu wohnen. Die Natur des Landes unterschied sich nicht sehr von der Natur Russlands. Es gab viele wilde Steppen (Prärien) und auch der Fluss Parana, entlang dessen die ersten Siedlungen der  Wolgadeutschen entstanden, ähnelte der Wolga. Die Besiedlung begann 1878 und man gründete die ersten 130 Siedlungen. Die neuen Siedlungen bekamen Namen aus  der alten Heimat, z. B.: Mirienfeld, Gnadenfeld etc.

Die Wolgadeutschen in Argentinien waren genauso wirtschaftlich erfolgreich wie sie in Russland gewesen waren. Im Laufe der Zeit wurden sie für ihre neue Heimat ein „goldener Fonds“. Hier, in drei Provinzen, schufen sie blühende volkswirtschaftliche Oasen mit Kirchen, deutscher Sprache und Kultur. 1927 lebten in Argentinien 75 Tausend Russlanddeutsche, 1940 schon von 130 bis 200 Tausend – genannt hat man  sie auf Spanisch „Alemanes del Volga“. Als 1992 eine Delegation des Zwischenstaatlichen Rates, der von dem Ersten Außerordentlichen Kongress der Deutschen der UdSSR gewählt worden war, auf die Einladung der argentinischen Regierung Argentinien besuchte, wohnten in diesem Lande schon 1 Million der Wolgadeutschen und ihrer Nachkommen. Sie waren als Volksgruppe gut organisiert in einer Assoziation, die von dem Schuhunternehmer, namens Heraldo Preis, geleitet wurde. Heute spricht man von 2 Millionen Nachkommen der Wolgadeutschen. Die deutschen Traditionen, die durch russische, spanisch – italienische Kultur geprägt sind, werden heute weiter gepflegt. Aber die Muttersprache gebraucht nur die ältere Generation. Die jungen Generationen sprechen Spanisch. Russisch kennt keiner, weil von der Auswanderung aus Russland sprachen die Wolgadeutschen nur ihre Muttersprache.

Die Folgen des Zweiten Weltkrieges wirkten sich negativ auch auf die Wolgadeutschen in Argentinien aus. Betroffen war vor allem die Sprache. Unter dem Druck der USA wurde Deutsch 1948 aus dem Schulprogramm für zwanzig Jahre ausgenommen. Das war genug Zeit um die Deutschlehrer disqualifizieren und zu dieser Frage nicht mehr zurück kommen. Seit jener Zeit wurde Spanisch als Staatssprache die einzige im Sprachverkehr der Deutschen in Argentinien.

Die künstliche sprachliche Assimilation der Wolgadeutschen rief deren Widerstand hervor, was 1978, zum hundertjährigen Jubiläum der Umsiedlung nach Argentinien,  zur Gründung der allgemein staatlichen Vereinigung der Wolgadeutschen führte, die auch heute noch erfolgreich existierte. Die Vereinigung wird nicht nur von den Alemanes del Volga unterstützt, sondern genießt auch einen großen Respekt bei der Staatsmacht des Landes. Dadurch erkennt die argentinische Regierung den Beitrag der Deutschen zu der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes an, insbesondere in der Landwirtschaft, Bauwesen und Industrie an.

Die Russlanddeutschen in Kanada

Die ersten Russlanddeutschen, die nach Kanada 1874 – 1876 übersiedelten, waren die Mennoniten. Die kanadische Regierung begrüßte die Aussiedler aus Russland, weil die Mennoniten durch Fleiß, Fähigkeit zur Selbstorganisation, Gesetzesgehorsam und Wohlhabenheit allgemein bekannt waren. Diese Eingenschaften begünstigten die schnelle soziale Adaptation und erfolgreiche wirtschaftliche Integration der Aussiedler in einer neuen Gesellschaft. Für einen Spottpreis bekamen sie ausreichend Land. Den Mennoniten wurde auch erlaubt in kompakten Siedlungen zusammen zu wohnen.

1951 lebten in Kanada 125. 938 Mennoniten. Und nur 5, 5 Tausend von denen wohnten in den Städten. Das kompakte Zusammenleben auf dem Lande und strenge konservative Bräuche machten es möglich, dass die Mennoniten auch heute noch Deutsch sprechen und die deutsche Kultur erhalten.

In unserer Zeit leben in Kanada von 1, 2 bis 2 Millionen Deutschen. Das sind hauptsächlich  die Nachkommen der Aussiedler aus der vorrevolutionären Russland. Außerdem sind es Flüchtlinge aus der Sowjetrussland, die während des Bürgerkriegs und der Kollektivierung Russland verließen.

Die Russlanddeutsche in den USA

Die ersten Gruppen der Deutschen aus Russland kamen in die Vereinigten Staaten 1875 und ließen sich in Kansas nieder. Nachher erschlossen sie Colorado, Bismarck und Nebraska in der Nord Dakota. Hier waren wieder die Mennoniten die ersten. Sie kamen vorwiegend aus der taurischen Gouvernement Russlands. Ihnen folgen Lutheraner und Katholiken aus Taurien und Wolgagebiet. Insgesamt kamen in die USA bis 1913 138 Tausend Deutsche aus Russland.

Während des Bürgerkriegs 1918 – 1922 in Russland kam die zweite Welle der Deutschen aus Russland in die USA. Es gab noch eine dritte Welle der Aussiedlung in die Vereinigte Staaten und zwar während der so genannten Entkulakisierung am Ende der zwanziger Jahre, das heißt in der Zeit der Massenberaubung der wohlhabenden Bauern in den deutschen Siedlungen.

Die Anzahl der Russlanddeutschen in den USA vor dem Zweiten Weltkrieg betrug 350 – 400 Tausend Personen. Heute sind es bis zu 5 Millionen. Über die Umsiedlung der Deutschen aus Russland in die Vereinigten Staaten hat man viel geschrieben und dokumentiert. Diese Arbeit machte die Amerikanische historische Gesellschaft der Deutschen aus Russland,  die seit 1968 in dem Staat Nebraska tätig ist. Es gibt noch eine wichtige Quelle der Informationen über die Russlanddeutschen in den USA und das ist die Gesellschaft für das Kulturerbe der Russlanddeutschen, die bei der Universität der Stadt Fargo in dem Staat Nord Dakota agiert. Diese Gesellschaft leitet heute Professor Michael Müller. Professor Müller war vor kurzem In Berlin und traf sich mit der Leitung des Organisationskomitees für die Vorbereitung des Ersten Weltweiten Kultur – und Wirtschaftsforums der Russlanddeutschen und unterstützte enthusiastisch diese Initiative.

In derselben Zeit, in der die Deutschen aus Russland in die USA, Kanada und Argentinien auswanderten, übersiedelten auch viele Russlanddeutsche nach Brasilien, einige auch nach Mexiko, Paraguay und Uruguay. Zuverlässige Zahlen über unsere Landsleute in diesen Ländern habe ich noch nicht gefunden. Ich kann nur vermuten, dass die Anzahl der Nachkommen der Russlanddeutschen in Brasilien heutzutage ungefähr so groß ist wie in Argentinien, also etwa 2 Millionen. Zu diesem Ergebnis kam ich aus den statistischen Angaben von 1940, als in Argentinien, Brasilien und Kanada jeweils 200 Tausend Deutsche aus Russland lebten. („Lexikon der Russlanddeutschen“, Berlin, 2000. Bildungsverein für Volkskunde in Deutschland. DIE LINDE e.V.).

In Mexiko, Paraguay und Uruguay lebten 1940 jeweils 40 Tausend Deutsche aus Russland. Wenn wir uns an die Geburtenzahl jener Zeit orientieren, die bei den Russlanddeutschen damals überall gleich war, dann müssen es in jedem oben genannten Land so etwa eine Halbe Million unserer Landsleute leben.

Wenn wir alle oben genannten Zahlen zusammenrechnen, ergibt sich die Zahl von 16, 5 Millionen Russlanddeutschen und ihren Nachkommen. Aus diesem Grund ist die von uns schon früher in die Welt gesetzte Zahl von 10 Millionen sehr bescheiden. Genauer wäre mit der Zahl von 15 Millionen zu operieren.

Das ist das Potenzial, mit dem wir, die Deutschen aus Russland rechnen können. Dieses Potential können wir in Gang setzen, der uns allen zu Gute kommen könnte, wenn wir es erschließen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Ist es möglich unsere Landsleute in der ganzen Welt durch eine schöpferische Idee in den Interessen von uns allen und den Interessen der Länder, in denen wir leben, vereinen. Lassen wir uns zusammen eine bzw. einige Ideen erfinden, die uns Russlanddeutsche  heute und in Zukunft vereinigen können um wichtige und gute Sachen ins leben zu rufen.

Es ist eine Tatsache, die kaum zu bestreiten ist, dass es aus den zehntausenden Bauern und Handwerkern, die sich in Russland seit 1764 niederließen und sich im Laufe eines Jahrhunderts in schwach besiedelten Regionen Russlands autonom entwickelten, ein neues Volk entstanden ist. Diese Tatsache wurde de facto und auch de jure eindeutig durch die Entstehung des deutschen autonomen Gebiets (1918) und der deutschen autonomen Republik (1924) und der zahlreichen deutschen nationalen Rayons auf dem Territorium der UdSSR von der Sowjetmacht anerkannt. Und obwohl dies alles während und wegen des Zweiten Weltkrieges vernichtet wurde, ist diese Tatsache Realität. Diese Realität wohnt im Bewusstsein der Russlanddeutschen inne, sie fühlen sich als ein Volk mit allen Eigenschaften, die ein Volk besitzt, nur ohne Territorium, das ihnen rechtswidrig 1941 weggenommen wurde. Aber die Situation, wenn ein Volk ohne Territorium existiert, ist der Geschichte sehr bekannt. Die Schicksalsschläge hat dieses Volk in der ganzen Welt auseinander geschleudert, ein Volk, das immerhin 15 Millionen groß ist.

Wir erleben heute eine Zeit, in der die ethnische und kulturelle Zukunft der europäischen Völker, einschließlich auch des deutschen Volkes,  durch die Masseneinwanderung kulturell und ethnisch fremder Volker einer Gefahr ausgesetzt ist. In dieser Zeit stellt sich die dramatische Frage – sein oder nicht sein. Mit dieser historischen Herausforderung kann man nur durch Konsolidierung und christliche Solidarität fertig werden. Diese Herausforderung können auch die Russlanddeutschen, die ein Teil des deutschen Volkes sind, nicht umgehen.

Die heutigen Generationen der Russlanddeutschen haben vor Augen ein gutes Beispiel der Fähigkeit zur Konsolidierung, die sie in den 80 – er und 90 – er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Gründung der „Wiedergeburt – Bewegung“ gezeigt haben. Das war eine mächtige Massenbewegung, die in einer kurzen Zeit bis zu 130 Tausend Mitgliedern vereinigt hat.  Dieser Bewegung mussten damals die Regierungen in der Sowjetunion bzw. in Russland und in Deutschland Rechnung tragen. Vereinigt hat uns damals die Furcht der vollständigen Assimilation und Verlust unserer deutschen Identität. Der Beweggrund der „Wiedergeburt – Bewegung“ war der Wunsch eine nationale Nische (eine nationale Republik oder die Auswanderung nach Deutschland) zu bekommen, in der wir als Volk eine Zukunft hätten und  ethnisch nicht mehr unterdrückt würden. Und als wir verstanden haben, dass wir als Deutsche in Russland keine Zukunft haben, dann war das Ziel eindeutig klar, nur in Deutschland könnten wir eine deutsche Zukunft haben. Der materielle Grund damals stand nicht im Vordergrund.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zwei Faktoren damals die Russlanddeutschen vereinigt haben:

  1. Das gemeinsame tragische Schicksal und die Furcht vor totaler Assimilation.
  2. Die wahrscheinlich letzte Chance diesem Geschick zu entkommen – entweder in der nationalen Republik oder in Deutschland. Der zweite Punkt hat den ersten Punkt durch dessen Perspektivlosigkeit überwogen.

Was sehen wir heute in Deutschland? Etwas Ähnliches, was wir als  Deutsche in der Sowjetunion schon einmal erlebt haben.

  1. Die Furcht vor dem Vielvölkerinvasion aus aller Herren Länder, die durch die Kindergeburt die ethnische Situation in Deutschland und Europa in wenigen Jahrzehnten vollständig zugunsten der Neuankömmlingen verändern kann. Das zerstört die ganze gewöhnliche Lebenslage und die blühende Wirtschaft gleitet auf das Niveau ab, auf dem die Heimatländer der Eingewanderten stehen. Das ist das mildeste Modell der Entwicklung. Am wahrscheinlichsten ist ein Szenario der blutigen Auseinandersetzung in der ganzen EU.
  2. Wir haben die letzte Chance Deutschland und das deutsche Volk vor dem totalen ethnischen Niedergang zu retten. Wenn wir heute diese Chance nicht wahr nehmen, wird morgen zu spät sein.

Vor diesem Hintergrund kann es nur eine gesamt nationale Idee der Russlanddeutschen sein, nämlich, dass jeder von uns alles mögliche und alles unmögliche macht, um Deutschland und den deutschen Staat zu retten, solange es noch nicht zu spät ist. Diese Idee muss von diesem Moment an die zentrale Idee für uns alle sein. Diese Idee muss der erste Trinkspruch auf allen Feiertagen und das erste Gebet in allen Kirchen und auf allen Versammlungen der Russlanddeutschen sein. Darin liegt die historische Mission der Nachkommen der deutschen Kolonisten, die vor 250 – Jahren ihre deutsche Heimat verlassen haben und nach Russland gegangen sind, dem Russischen Reich geholfen haben, zu einer Großmacht zu werden, und nun in ihre historische Heimat zurückgekehrt sind, um sie und ihr deutsches Volk zu retten. Wahrscheinlich ist dieser 250 – jährige Weg und nicht der 40 – jährige Weg eines Moses für ein Teil des deutschen Volkes, das man die  Russlanddeutschen nennt, vorbestimmt. Bei der Rettung des deutschen Volkes wird auch  das Christentum in Deutschland und Europa gerettet.

Diese rettend – schöpferische Mission könnte heutzutage die 4 Millionen Russlanddeutschen in Deutschland und 15 Millionen Russlanddeutsche in der Welt vereinigen. Diese Tatsache kann unserem Leben einen hohen Sinn geben und zur Aktivitäten für christliche Werte motivieren. Und möglicherweise ist es an der Zeit für die Russlanddeutschen von der Taktik des Abwartens und der Unterstützung der einheimischen Deutschen zur Taktik der Vorhuts überzugehen. Auf die hiesigen Deutschen ist wenig Verlass, wir müssen die Initiative in unsere Hand nehmen. Die antideutsche Politik der herrschenden Klassen in Deutschland hat die Nachkommen einst stolzen und tapferen Volkes willenlos und verschwommen, ja zu einer Art Sklavengesellschaft  gemacht. Eine revolutionäre Tätigkeit von ihnen ist nicht zu erwarten. Die einheimischen Deutschen muss man retten. Diese Mission müssen wir, die deutschen Aussiedler, und nicht nur aus der ehemaligen UdSSR, die in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind, sondern die Aussiedler aus Polen, Rumänien und Tschechien tragen.

Während des Kampfes um die Rettung des deutschen Volkes, dürfen wir auch unsere Landsleute in Russland, Kasachstan und Kirgisien nicht vergessen, und auch die Nachkommen der Russlanddeutschen in Argentinien, Brasilien, Paraguay, Kanada und den USA. Das ist sehr wichtig für die Erhaltung des ethnischen Fonds im Falle der späteren Forderung, wenn das deutsche Volk in Deutschland zu Grunde geht. Und auch in diesem Falle muss das deutsche Volk eine Chance zur Wiedergeburt haben. Die Geschichte der Alemanes del Volga in Argentinien wie auch die der deutschen Mennoniten in Nord Dakota erweitert unsere Kenntnisse über die ethnische Standhaftigkeit. Aus dieser Erfahrung wissen wir, dass auch der Verlust der Muttersprache nicht unbedingt das Ende einer Ethnie bedeutet. Eine Ethnie kann noch lange nach dem Verlust der Muttersprache seine Identität erhalten, so wie es beispielsweise mit dem jüdischen Volk der Fall ist.

Besser ist es selbstverständlich die Sache nicht zur Wiedergeburt zu bringen. Man muss alle Kräfte schon heute für die Rettung der europäischen Völker und ihre christlichen Zivilisation einsetzen. Und in diesem Zusammenhang kann die Rolle der Russlanddeutschen sehr wichtig, ja vielleicht entscheidend sein. Und darin liegt möglicherweise die Mission der Russlanddeutschen.

Dr. Heinrich Groth
08.06.2019






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