Offener Brief an Herrn Dr. Bernd Fabritius: Die Lage der Russlanddeutschen

Herrn Dr. Bernd Fabritius,

Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten,

BMI, Alt-Moabit 140,

10557 Berlin

Kopie an:

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
Raitelsbergstraße 49
70188 Stuttgart

17.01.2020

Offener Brief

Betr.: Die Lage der Russlanddeutschen.

Sehr geehrter Herr Fabritius,

der Erlass des Präsidenten der Russische Föderation W. Putin №34 vom 31.01.2016 und die zunehmende Verschärfung der politischen Beziehungen zwischen der BRD und der RF zwingen uns, die Schicksale der Russlanddeutschen in der Nachkriegszeit und die heutige Situation dieser Menschen neu zu bewerten und in den Mittelpunkt unserer Bemühungen zu stellen.

Die Bundesregierung und die Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen hat bis heute überhaupt nicht darauf reagiert, daß die Frage über die Rehabilitation der Russlanddeutschen durch diesen Erlass „de facto“ abgeschlossen ist.

Ein Teil unserer Volksgruppe, der aus dem europäischen Teil der UdSSR in die mittelasiatischen Republiken (und nach Kasachstan) deportiert wurde, bleibt bis heute in ihren Verbannungsorten. Viele von diesen Menschen und ihre Nachkommen haben keine oder sehr begrenzte Möglichkeiten, in die Gebiete der Russischen Föderation zurückzukehren, woher sie deportiert wurden, und die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Die Deutschen in Russland und ihre Nachkommen sollen aufgrund des Gesetzes der RF über die „Rehabilitation der Opfer der politischen Verfolgung“ bei Vorlage entsprechender Nachweise, die die Tatsache der Zwangsvertreibung bestätigen, die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wo sie wohnen wollen. Sie sollen das Recht erhalten, in die RF zurückzukehren und ihre abhandengekommene Staatsbürgerschaft der RF automatisch wieder zu erlangen.

Wir hoffen, daß die Bundesregierung auf der nächste Sitzung der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen diese wichtige Frage auf die Tagesordnung bringen und eine positive Entscheidung für die Betroffenen herbeiführen wird.

Bemerkung: Im Dezember 2019 haben die Nachkommen der politisch Verfolgten und Deportierten aus der Stadt Moskau aufgrund des Gesetzes der RF über die „Rehabilitation der Opfer der politischen Verfolgung“ durch die Gerichte erkämpft, daß ihnen in Moskau, woher die Eltern deportiert wurden, Wohnraum zu Verfügung gestellt wurde.

Quelle: : RTVi. 10.12.2019   https://ok.ru/group/54888851112034/topic/150781875494242

Mit freundlichen Grüßen

Andrei Triller

Vorsitzender des Volksrates der Russlanddeutschen,

Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland






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