Das hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun!

Вальдемар Гердт

Waldemar Herdt und Anton Friesen sind seit kurzem Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Was hat unsere ehemaligen Landsleute bewogen, in die große Politik zu gehen? Welche Aufgaben haben sie sich gestellt? Diese und andere Fragen beantwortet der Gast unseres Portals, Waldemar Herdt.

— Wann kamen Sie nach Deutschland und was war der Hauptgrund für diese Entscheidung?

— Wir sind 1993 hierher gezogen, als ein weiterer Aufenthalt im postsowjetischen Raum perspektivlos erschien. Der Wichtigste Grund aber war, seine nationale Identität zu bewahren, die während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit zerstört wurde, als aus dem europäischen Teil des Landes – der Wolga-Region, der Ukraine, Moldawiens und anderen Gebieten, komplette Siedlungen ethnischer Deutscher, nach Kasachstan und Sibirien deportiert wurden.

— Leider wurde für einen Teil unserer Aussiedler die Übersiedlung nach Deutschland zur Enttäuschung – dem Verlust des sozialen Statuses, kaum Möglichkeit auf ihrem Fachgebiet tätig zu sein und Abweisung durch die einheimischen Deutschen. Mit welcher Lebenserfahrung sind sie nach Deutschland gekommen und wie hat sich ihr Leben in dieser Zeit verändert?

— Ich habe das Landwirtschaftliche Institut in Kustanai absolviert, habe im Sowchos in einer führenden Position und aktiv in Jugendorganisationen gearbeitet, trat für die Durchsetzung der Rechte meiner Landsleute ein. In Deutschland habe ich innerhalb von drei Monaten eine Stelle gefunden und leite jetzt eine Baufirma.

— Was hat Sie zur Politik und insbesondere zur Partei „Alternative für Deutschland“ geführt?

— Es haben sich viele Probleme bei unseren Landsleuten, den sogenannten „Russlanddeutschen“ angesammelt. Besonders beim „Sprachtest“, den in den letzten Jahren alle Erwachsenen Aussiedler ablegen mussten. Keine Nation der Welt ist an Sprachkenntnisse gebunden und dies ist auch kein Grund für die Verweigerung der Familienzusammenführung. Unrechtmäßig ist unserer Meinung nach auch die Kürzung der Rentenversicherung der Spätaussiedler. Urteilen Sie selbst – die bis 1992 Angekommenen, erhielten eine 100%ige Rente, denen, die durch die bereits halb geschlossenen „Tore“ bis 1996 nach Deutschland kamen, wurde die Rente um 10% gekürzt. Denen, die später ankamen, kürzte man die Rente um 40%! Einem bedeutenden Teil der russischen Deutschen und ihren Familienangehörigen wird auf Grundlage der für sie geltenden § 7 und § 8, die Altersversorgung verweigert. Eine große Sorge ist die unkontrollierte Migrationskrise, die alle Errungenschaften der vergangenen 70 Nachkriegsjahre unseres Landes zu zerstören droht. Diese Probleme zu verstehen und die realen Möglichkeiten ihrer konstruktiven Lösung, führten mich zur AfD.

— Mit welchen Schwierigkeiten wurden Sie während des Wahlkampfes konfrontiert?

— Wir sahen uns ernsten Hindernissen gegenübergestellt. Ganz zu schweigen von beispiellosen und ungerechtfertigten Angriffen von den Systemparteien und offiziellen Medien. Die Aktivisten der AfD wurden auf öffentlichen Plätzen von sogenannten Linken eingekreist, wurden mit Steinen beworfen und hinderten uns daran die Wähler mit unserem Programm bekannt zu machen. Dann stellte sich heraus, dass die aggressiven Aktionen dieser Leute großzügig von verschiedenen „nichtstaatlichen“ Fonds bezahlt wurden.

—  Informationen über Angriffe auf die Büros der AfD und die Brandstiftung von Autos wurden von vielen Medien als eine Art „Volksprotest“ gegen „Intoleranz“ betitelt. Wie steht die AfD zur Migrationskrise und warum wurde sie so heftig des „Nationalsozialismuses“ beschuldigt?

— Wir betrachten die gegenwärtige Migrationskrise als eine Bedrohung für die Zerstörung des Christentums und des deutschen Volkes, wie ich es in meinem Appell an die Gemeinschaft der Russlanddeutschen gesagt habe und was an alle deutschen Bürger gerichtet ist. Als gläubiger Christ ist mir fremdes Unrecht sehr bewusst, ich sympathisiere mit allen, die aus rechtlichen Gründen in unser Land kommen.

Ein russisches Sprichwort sagt “ В чужой монастырь со своим уставом не лезь!“ – (Deutsche Übersetzung – „In ein fremdes Kloster geht man nicht mit seinen Regeln und Gesetzen“)

Zu Deutsch – „Andere Länder andere Sitten“, erkenne unsere Bräuche und Traditionen an.

Das heißt, wenn ein Gast nicht zum Herr des Hauses wird, wie es manchmal den Anschein hat. Und das hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun.

Nach Angaben von Experten sind von den, in den letzen Jahren zu uns gekommenen, illegalen Einwanderern, nur etwa 30% der Flüchtlinge, Opfer militärischer Feindseligkeiten. Der Rest sind so genannte Wirtschaftsflüchtlinge, denen der Status verweigert wurde, die aber seit Jahren (bis zu 6 Jahre!) in Deutschland herumhängen und die sozialen Kassen leeren. Sie sind nicht hergekommen um zu arbeiten, riesige Geldbeträge werden für ihren Aufenthalt ausgegeben, was zu einem Chaos führt.

— Was ist Ihrer Meinung nach der Ausweg aus dieser wachsenden Krise?

— Der Zustrom illegaler Einwanderer ist zu stoppen, der durch Kriege der Vereinigten Staaten ausgelöst wurde, in die Deutschland entgegen seinem Grundgesetz, teilweise hineingezogen wurde. Es wäre logischer, Flüchtlingen in Gebieten, in denen wirklich gekämpft wird, Hilfe in der Nähe ihrer Heimat oder in benachbarten muslimischen Ländern zu gewähren. Unsere Partei hilft Menschen in Not, in ihrer Heimat oder in Nachbarländern, wenn sie dorthin fliehen mussten. Und wenn die derzeitigen deutschen Behörden und sogar die formelle Opposition weltweit eine führende Rolle bei der Unterstützung, sowohl der Flüchtlinge als auch aller illegalen Einwanderer aus den kriegführenden Ländern spielen wollen, so befürworten wir eine umfassende systematische Unterstützung der deutschen Wirtschaft in diesen Ländern, zur Wiederherstellung der Zerstörung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Ein solches Programm könnte unsere Partei voll unterstützen und sogar ein eigenes vorschlagen. Wir sind dafür, das Deutschland nicht nur nicht an den militärischen Abenteuern der Weltfinanzoligarchen teilnimmt, sondern auf jede erdenkliche Weise die Anstiftung zu neuen Kriegen verhindert. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Deutschen sich geschworen, dass von deutschem Territorium keine Kriege mehr geführt werden und wir müssen diesen Eid erfüllen!

— Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres konstruktiven und aktuellen Programms und echte Unterstützung von allen Bürgern Deutschlands!

Das Gespräch führte Svetlana Solovieva.

Übersetzung: E. Tarassow

Quelle: Das hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun!



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